Touristischer Pilgerweg "Sigwardsweg"

Betreff
Touristischer Pilgerweg "Sigwardsweg"
hier: finanzielle Beteiligung des Landkreises an den Kosten für Beschilderung und Info-Materialien
Vorlage
2009/AfR/009
Aktenzeichen
54
Art
Ausschuss für Regionalentwicklung

Der Landkreis Nienburg/Weser beteiligt sich an den Kosten für
Beschilderung und Info-Materialien mit einem Betrag von 5.000.- €.

Anfang 2008 ist der Kreis Minden-Lübbecke mit der Idee der Einrichtung eines touristischen Pilgerweges „Sigwardsweg“ an den Landkreis Nienburg/Weser herangetreten.

 

Bischof Sigward war der 25. Bischof von Minden und übte sein Amt von 1120 bis 1140 aus. Er stammte aus hohem sächsischen Adel. Seine Familie war mit den Grafen von Schaumburg-Holstein verwandt und besaß Ländereien westlich von Minden zwischen Weser und Leine.

 

Wegen seiner Kenntnisse im Kirchenbau, den er auf seinen Reisen an den Niederrhein, nach Burgund und in die Lombardei kennen gelernt hatte, wurde er am Hofe des Kaisers „Architectus theoreticus“ genannt. Von 1129 bis 1134 ließ er auf seinem Vorwerk Idensen, südwestlich von Wunstorf, eine Eigen- und Grabeskirche erbauen. Kunsthistoriker schätzen diese Kirche als den „bedeutendsten sakrale Kleinbau des 12. Jahrhunderts“ in Deutschland ein, weisen ihr einen „erstrangigen Platz unter den Malereien der Romanik“ und sprechen vom „ältesten erhaltenen Bildprogramm im deutschen Sprachraum.“

 

Sigwards Wahlspruch, der im Tympanon des Südportals eingraviert war, ist überliefert: „Sum quod eram, nec eram quod sum.“ Das heißt: „Ich bin, der ich war, war aber nicht, der ich bin.“

 

Auch Sigward stellte sich also  – wie der heutige Pilger -  die Frage: Wer bin ich eigentlich, wo stehe ich, was hat mein Leben verändert? Das Pilgerziel Idensen hält viele Antworten für den Suchenden bereit.

 

Vor diesem Hintergrund ist die Idee des Kreises Minden-Lübbecke, einen touristischen Pilgerweg „Sigwardsweg“ einzurichten, sehr nahe liegend. Er soll entlang der „historischen Meilensteine“ im alten Bistum Minden, z.B. der Kirche in Raddestorf (mit einer der ältesten Holzkanzeln in Niedersachsen, die vorher dem früheren Kloster Nendorf gehörte), den ehemaligen Klöstern Nendorf und Schinna, dem heutigen Kloster Loccum, zur Sigwardskirche in Idensen, zurück über Bad Nenndorf, Bückeburg nach Minden geführt werden.

 

/    Eine Arbeitsgruppe hat den Routenverlauf (siehe Anlage), Hintergrundinformationen sowie Info-Broschüren erarbeitet und eine Kostenschätzung erstellt, um die Finanzierung zu sichern. Eine Mindener Kirchengemeinde hat sich bereit erklärt, ein Pilgerbüro einzurichten.

 

Die Arbeitsergebnisse wurden mit den betroffenen Kreisen, Gemeinden und Kirchengemeinden abgestimmt. Uchte, Stolzenau und Rehburg-Loccum hatten das Projekt als gemeinsames ILEK-Projekt vorgeschlagen. Die grundsätzliche Förderfähigkeit wurde durch die Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften Sulingen (GLL) bestätigt. Eine finanzielle Beteiligung des Landkreises war zunächst nicht vorgesehen.

Bei der dann in Angriff genommenen genauen Kostenermittlung stellte sich jedoch heraus, dass die Bagatell-Fördergrenze von ILEK-Projekten in Höhe von 10.000.- € unterschritten wird und eine Förderung durch die GLL nicht mehr möglich ist. Für einen Betrag von 5.000.- € gibt es nun eine Finanzierungslücke, die nur schwer von den Gemeinden zu schließen ist. Die Gemeinden haben nunmehr den Landkreis gebeten, sich mit dem genannten Betrag an der Finanzierung zu beteiligen.

 

Seitens der Verwaltung wird dies befürwortet, da es sich um ein Verwaltungsgrenzen übergreifendes, komplexes Projekt handelt, das mit Blick auf die relativ geringen Kosten eine große Außenwirkung über die Landkreisgrenzen hinaus hat und haben wird. So sind 2 Bundesländer, die katholische und die evangelische Kirche, 4 Landkreise, etwa 10 Gemeinden, diverse Kirchengemeinden, Touristik-Gesellschaften, Wandervereine, etc. in das Projekt eingebunden.

 

Finanzmittel sind im Produkt „Tourismus“ der Stabstelle Regionalentwicklung verfügbar.

 

 

 

 

Finanzielle Auswirkung                                      Haushaltsmittel verfügbar

 

   Ja, mit 5.000                                             Ja

   Nein                                                            Nein